Radikale Dankbarkeit


Wir hatten gerade Tag des offenen Ateliers bei uns daheim. Die Tage davon habe ich fleißig geputzt und viele Dinge neu arrangiert. Mir wurde bewusst, dass wir uns ausschließlich mit Dingen umgeben, die wir wirklich sehr, sehr mögen. Nichts ist einfach „nur“ da. Jeder noch so kleine Gegenstand hat seine eigene Geschichte und seinen Platz in unserem Herzen. (Ja, sogar der Staubsauger - der mit dem schönen, roten Kabel.)

Als ich alles vorbereitet hatte, ging ich glücklich und dankbar durch unser schönes Heim. Es ist so einfach, dankbar für so viele schöne Dinge zu sein: Unsere Wohnung in einem sehr alten Haus, mit ihren wunderbaren Fenstern und abgerundeten Mauerkanten, und knarrenden Holzboden, der gemütliche Feuerofen, der schöne Teppich aus meiner Kindheit in Süd-Afrika, die Fotos meiner vier Kinder, ….es gibt soooo vieles, was ich hier aufzählen könnte, wofür ich so dankbar bin.


Und diese Dankbarkeit zieht Kreise. Sie weitet sich aus und schließt immer mehr mit ein. Die Dankbarkeit für meine Familie, meinen außergewöhnlichen Mann, meine wundervollen Schwestern, meine Freundinnen, der Ort, an dem wir leben, unser friedliches Land …u.v.m.

Wenn alles so schön und wunderbar ist, ist es leicht, dankbar zu sein.

Doch radikale Dankbarkeit meint mehr.


Sie schließt auch jene Dinge ein, die nicht so schön sind. Sie umarmt auch jene Momente, die wir nicht so gerne haben wollen. Sie überwindet jeden noch so kleinen Widerstand, und sagt in jedem Moment, zu allem was kommt, egal was passiert: DANKE!


Das mag vielleicht zunächst sehr schräg bei dir ankommen. Ich bin selber erst gerade dabei, diese radikale Dankbarkeit zu entdecken.


Hier eine interessante Geschichte dazu:

Ich hatte Anfang September Zahnschmerzen. Ich ging also zu meiner Ärztin und ließ den Zahn reparieren. Drei Tage später hatten sich die Wurzeln entzündet. Also wieder zur Zahnärztin: Wurzelbehandlung. Drei Tage nach dem alles erledigt war, kamen wieder starke Schmerzen – dort, wo gar keine Nerven mehr sein sollten.

Ich war kurz verzweifelt – ich wollte nicht wieder die ganze Prozedur machen. Dann erinnerte ich mich an die Worte: „radikale Dankbarkeit“ und beschloss, die Situation dankbar anzunehmen. Ich sagte: „Danke. Danke für den Schmerz. Danke für die Herausforderung. Danke, für was immer jetzt dadurch in mein Leben kommen mag. Danke für die Botschaft.“


Und dann viel es mir wie Schuppen von den Augen:

Erst jetzt war ich bereit, mir die Botschaft anzusehen, mit der die Schmerzen überhaupt gekommen sind (denn, ja, ich glaube daran, jeder Schmerz, jede Krankheit, jede Herausforderung kommt mit einer Botschaft, die uns helfen soll, größer zu wachsen). Ich verstand, dass es darum ging, meine Wahrheit auszusprechen: ich bin „hellfühlig/hellwissen“ – manchmal spreche ich mit Menschen und „bam“, plötzlich weiß ich einfach, was die „Archilles-Ferse“ (die Angst, die Herausforderung) der Person ist. Bis jetzt habe ich mich selten getraut, dies auch auszusprechen. Ich hatte Angst. Angst vor Ablehnung. Angst, mir was einzubilden. Angst, für verrückt erklärt zu werden.

Doch jetzt verstand ich, wenn ich meine Gabe nicht nütze, „vergifte“ ich mich selber mit meiner Angst, die jedes Mal mitschwingt, wenn ich etwas wahrnehme und nicht ausspreche. Der betroffene Backenzahn steht stellvertretend für den Platz, den ich in der Gesellschaft einnehmen möchte. Ich hatte Angst, mich mit meinen Gaben hinzustellen – ich hatte Angst, ich würde mich bloßstellen und auf Ablehnung stoßen.

Nachdem ich den Schmerz dankend angenommen habe, und seine Botschaft verstanden hatte, ließ der starke Schmerz sofort nach, und nach kurzer Zeit war er einfach weg.

Radikale Dankbarkeit – das ist (manchmal noch) eine Herausforderung für mich. Doch immer öfter gelingt es mir, jedem Moment meines Lebens ein JA zu schenken. Und das bringt WUNDER mit sich. Denn jedes JA in einer Situation, die zuerst schwierig, unangenehm, beängstigend, ärgerlich oder unnötig erscheint (oder welche Kategorien wir eben dafür haben, was wir ablehnen, oder gerade nicht haben wollen)

bringt ein unglaubliches Wachstumspotential mit sich.

Und darum möchte ich dich ermutigen:

Erlaube dir einmal – ausnahmsweise – wenn du dich wieder in einer Situation findest, die du ablehnst, wo du Widerstand spürst (das erkennst du daran, dass du dich ärgerst, wütend bist, traurig bist, negative Gedanken hast etc.) – ein JA zu sagen. Vielleicht zunächst mal zögerlich & leise. Dann mal bestimmt & laut. Sage einfach JA und spüre dieses JA so intensiv es dir irgendwie möglich ist. Und dann: lass dich überraschen, welch wunderbares Geschenk sich hinter der Herausforderung verbirgt.

Alles Liebe,

Kerstin

PS: Und wenn du spürst, dass das was für dich wäre und du aber absolut zu keinem JA in herausfordernden Situationen kommen kannst – melde dich bei mir – wir finden gemeinsam einen Weg, für dich diese radikale Dankbarkeit spürbar werden zu lassen. WOZU? Weil es einfach so viel schöner ist im Leben, wenn man es nicht nur im „Überlebensmodus“ erlebt, sondern wenn man wächst und gedeiht …denn wir sind hier, um zu blühen!“

9 Ansichten

Kerstin Donaldson

Kirchenplatz 7

4483 Hargelsberg

kerstin.donaldson@gmx.at

0676 / 31 89 703

  • Facebook Social Icon

Energetik